VERSTEINERTE ZEUGEN DER ERDGESCHICHTE

Brückenechse
Homoeosaurus pulchellus (Zittel)

Homoeosaurus ist keine Eidechse, sondern gehört zu den einst sehr häufigen Schnabelköpfen (Rhynchocephalen). Von dieser Kriechtierordnung lebt heute nur noch die streng geschützte Brückenechse (Sphenodon punktatus) auf einigen neuseeländischen Inseln.

Da sie sich zumindest im Skelettbau kaum von Homoeosaurus unterscheidet, wird sie auch als "lebendes Fossil" bezeichnet. Sie hat sich somit seit über 150 Millionen Jahren kaum verändert. Ihr Name kommt von einer zweiten Knochenbrücke über der Schläfenöffnung, die den Eidechsen und Schlangen verloren gegangen ist.

Homoeosaurus war ein Landbewohner der Oberjurazeit. Er wurde vermutlich schon tot in die Lagune eingeschwemmt, die gegen das offene Meer im Süden durch Riffgürtel abgeschirmt, der Südküste eines ehemaligen mitteldeutschen Festlandes vorgelagert war. Hier erfolgte eine rasche Einbettung in weichen Kalkschlamm, so daß ein Zerfallen des Kadavers verhindert wurde. Durch weitere Schlammschichten erhöhte sich der Druck und die Verfestigung des Sediments, das schließlich durch chemische und physikalische Vorgänge zu Gestein erhärtete. Als an der Wende der Jura- zur Kreidezeit das Meer aus diesem Gebiet zurückwich, hatte es Gesteine bis zu einer Mächtigkeit von 90 m hinterlassen. Durch den intensiven Abbau, dieser ”Solnhofener Plattenkalke” wurden auch die darin eingeschlossenen, versteinerten Tiere und Pflanzen freigelegt. Sie sind heute in vielen Sammlungen und Museen über die ganze Welt verstreut.

Original: Bayerische Staatssammlung in München

Farben, Helligkeit und Kontrast der Repliken können von den hier gezeigten Abbildungen aus durch das Internet bedingten technischen Gründen abweichen.