VERSTEINERTE ZEUGEN DER ERDGESCHICHTE

Flugsaurier
Pterodactylus kochi

Die Flugsaurier waren die ersten Wirbeltiere, die das Fliegen erlernten. Sie entwickelten sich im Laufe der Triaszeit (vor etwa 200 Millionen Jahren) wahrscheinlich aus baumbewohnenden, zu Gleitflug befähigten Reptilien. Die ersten Flugsaurier wurden in etwa 180 Millionen Jahre alten Schichten des Unteren Jura von England gefunden. Sie hatten bereits alle typischen Merkmale eines Flugreptils: Der Knochenbau war sehr leicht, der große Schädel nur ein Spangenwerk von Knochenleisten, die Hände waren durch einen extrem verlängerten vierten Finger zu einem Flugorgan umgewandelt.

Eine Flughaut wurde zwischen Flugfinger und Körperflanke ausgespannt. Die ersten drei kurzen Finger waren frei beweglich und trugen scharfe Krallen zum Festklammern an Bäumen und Felswänden. Ein ursprüngliches Merkmal war ein langer Schwanz, an dessen Ende sich ein rautenförmiges Steuersegel befand.

Beim sperlings- bis geiergroßen Pterodactylus, der erstmals in der Oberjurazeit (vor etwa 150 Millionen Jahren auftritt, war der lange Wirbelschwanz schon vollständig zurückgebildet. In den Plattenkalk-Steinbrüchen von Solnhofen und Eichstätt gehören Flugsaurierfunde zu den großen Seltenheiten. Neben den kurzschwänzigen Formen kommen hier auch noch langschwänzige Arten (Rhamphorhynchus) vor. In der Kreidezeit (vor 140 bis 70 Millionen Jahren) erreichten die Flugechsen gigantische Ausmaße. Pteranodon, ein Saurier mit fast 8 Metern Flügelspannweite, war das größte Flugtier aller Zeiten. Mit dem Ende der Kreidezeit sind die Flugsaurier vollständig aus- gestorben und überließen ihren Lebensraum den sich rasch entwickelnden Vögeln.

Bemerkenswert bei diesem Exemplar ist: der sichtbare Hautabdruck der Schwingen.

Original: Naturhistorisches Museum, Wien

Farben, Helligkeit und Kontrast der Repliken können von den hier gezeigten Abbildungen aus durch das Internet bedingten technischen Gründen abweichen.