VERSTEINERTE ZEUGEN DER ERDGESCHICHTE

Kugelzahnfisch
Lepidodes sp.

Zwar sind die Solnhofener Plattenkalke durch die Urvogel- Funde berühmt geworden, doch gehören die Fische mit zu den schönsten Fossilien, die aus den Steinbrüchen von Solnhofen und Eichstätt zutage gefördert werden.

Neben Haifischen, Rochen, Seekatzen und Quastenflossern sind die Strahlflosser besonders häufig vertreten. Diese WEIGERT-Fossilien-Handreliefprägung (DBP) stellt einen Vertreter der sogenannten Ganoidfische dar. Die Ganoidfische erreichten den Höhepunkt ihrer stammesgeschichtlichen Entfaltung schon in der Perm- und Triaszeit, also vor etwa 250 – 185 Millionen Jahren, während sie heute gegenüber den vorherrschenden Knochenfischen stark zurücktreten.

 Das Innenskelett, insbesondere die Wirbelsäule, ist bei den Ganoidfischen noch wenig verknöchert. Vielfach sind ihre den ganzen Körper bedeckenden kräftigen Schuppen rhombisch und weisen einen glänzenden Belag, das Ganoin, auf. Sie werden deshalb auch Glanzschuppenfische genannt. Lepidotus ist ein Vertreter der Kugelzahnfische, deren Kiefer und Gaumen mit halbkugeligen Pflasterzähnen ausgekleidet waren. Das deutet auf harte Nahrung wie Muscheln und Schnecken hin, die einfach zermahlen wurde. Durch die Setzung der ihn einschließenden Schichten von Meeresschlamm, der durch wachsenden Druck, Entwässerung und Mineralisation sich schließlich zu Kalk- stein verfestigte, wurde das Skelett zu einer papierdünnen Lage zusammengepreßt. Erst nach 150 Millionen Jahren wurde das Fossil durch die Hand des Steinbrechers wieder ans Licht gefördert und durch Geduld und Können des Präparators vollends freigelegt.

Original: Juramuseum, Willibaldsburg, Eichstätt / Bayern

Farben, Helligkeit und Kontrast der Repliken können von den hier gezeigten Abbildungen aus durch das Internet bedingten technischen Gründen abweichen.